War das nun einer der genialsten Coups in der Geschichte der Autobaukunst, oder ein gezieltes Ablenkungsmanöver von Misswirtschaft, Materialproblemen und Designermangel? Ein Auto aus Pappe, eine richtige „Rennpappe“? Wer 10 Jahre auf ein Kfz warten muss, ist irgendwann wahrscheinlich sehr genügsam. Und nachdem man 10.000 DDR-Mark für seinen neuen Trabant bezahlt hatte, blieb schließlich immer noch der Stolz auf ein eigenes Auto und mobile Unabhängigkeit.
Fest steht: Unter DDR-Bedingungen war der Trabant ein echter Verkaufsschlager (über 3 Mio. produzierte Exemplare zwischen 1957-1991). Die einen liebten ihren „Trabi“, die anderen hatten einfach keine Wahl oder nicht das Geld für den Lada. Trabant heißt die ab 1957 in der DDR gefertigte Pkw-Baureihe des Herstellers „VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau“. Anfänglich galt die Baureihe als sparsam und robust, später konnte man jedoch dabei zusehen, wie die Allzweckwaffe der Arbeiter- & Bauernklasse aufgrund fehlender Innovationen veraltete. Zu den Besonderheiten gehörten unter anderem ein Benzinhahn mit drei Stellungen (das Umschalten in die dritte Stellung macht die letzten 4-5 l Kraftstoff verfügbar, eine Füllstandsanzeige fehlte), die Krückstockschaltung (für die ersten Gänge wird der Hebel hineingedrückt, für die höheren Gänge wird der Hebel ein Stück herausgezogen), und der Clou: die Karosserie wurde teilweise mit baumwollverstärktem Phenoplast verkleidet (ergo auf gut deutsch „Rennpappe“). Trotz dieser Widrigkeiten waren beim deutschen Kraftfahrt-Bundesamt zum 1. Januar 2007 immerhin noch rund 52.400 Fahrzeuge in Deutschland registriert.
Den Kleinwagen Trabant gab es als: Limousine, Kombi, Kübelwagen, Pick-up
Produzierte Modelle: P 70, P 50, Trabant 500, Trabant 600, Trabant 601
Editionen: Trabant „S“, Trabant „de Luxe“